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Bildung:
Augment + reduplizierte Wurzel + a + thematische Sekundärendung
Die Wurzelsilbe kann tief- oder hochstufig sein. Bei Wurzeln auf -i oder -u ist Tiefstufe die Regel.
Auslautendes -i, -u wird durch -iy bzw. -uv ersetzt.
Auslautendes -ā (für -e) fällt ab.
Paradigma:
श्रि 1U "sich begeben zu, sich anlehnen"
| परस्मैपदम् | आत्मनेपदम् | |||
|---|---|---|---|---|
| एकवचनम् | बहुवचनम् | एकवचनम् | बहुवचनम् | |
| 1. तृतीयः | अशिश्रियम् (अ-शि-श्रिय्-अम्) | अशिश्रियाम | अशिश्रिये | अशिश्रियामहि |
| 2. द्वितीयः | अशिश्रियस् | अशिश्रियत | अशिश्रियथास् | अशिश्रियध्वम् |
| 3. प्रथमः | अशिश्रियत् | अशिश्रियन् | अशिश्रियत | अशिश्रियन्त |
Diese Form des Aorist bilden u.a.:
Alle Wurzeln der 10. Präsensklasse sowie alle Kausative bilden stets den reduplizierten Aorist.
Stammsilbe:
Ausgangspunkt ist die Form des Präsensstamms bzw. des Kausativstamms, die dieser nach Wegfall des Bildungselements -aya- hat (also Stamm auf -p bei Kausativen auf -paya-).
Der Vokal dieser sog. Stammsilbe bestimmt sich im Aorist nach folgenden Regeln:
Bei einigen Wurzeln sind die bisher genannten Veränderungen wahlweise bzw. müssen unterbleiben:
Vokal der Reduplikationssilbe:
Nachdem die eben genannten Regeln auf die Stammsilbe angewandt sind, müssen folgende Regeln für den Vokal der Reduplikationssilbe befolgt werden:
Ausgangspunkt ist der reguläre Reduplikationsvokal, d.h.
Dieser Reduplikationsvokal unterliegt folgenden Veränderungen:
Besonderheiten bestimmter Wurzeln bei Kielhorn, Grammatik § 435c ff.
Vokalisch anlautende Stammsilben werden nach folgenden Regeln redupliziert:
Vokal - erster darauf folgender Konsonant (bzw. dessen in einer Reduplikationssilbe geforderter Vertreter) - i - alle Konsonanten
अश् 9P: Kaus. आशयति, reduplizierte Silbe आशिश्, Aor. आशिशत्
इष् 6P: Kaus. एषयति, reduplizierte Silbe एषिष्, Aor. ऐषिषत्
ईक्ष् 1Ā: Kaus. ईक्षयति, reduplizierte Silbe ईचिक्ष्, Aor. ऐचिक्षत्
Vokal - erster Konsonant - zweiter Konsonant (Stellvertreter) - i - zweiter Konsonant
अञ्ज् 7P: Kaus. अञ्जयति, reduplizierte Silbe अञ्जिज्, Aor. आञ्जिजत्
ऋ 1P: Kaus. अर्पयति, reduplizierte Silbe अर्पिप्, Aor. आर्पिपत्
अर्ह् 1P: Kaus. अर्हयति, reduplizierte Silbe अर्जिह्, Aor. आर्जिहत्
Diese Form der Reduplikation vokalisch anlautender abgeleiteter Stämme (Kausative) nennt man "attische Reduplikation".
Der Injunktiv ist die augmentlose Form zu Augmentformen, d.h. seine Formen sind identisch mit den augmentlosen Formen des Indikativ Imperfekt oder Aorist. Die einheimische indische Grammatik hat den Injunktiv nicht als besondere grammatische Kategorie erkannt.
Gemäss der grundlegenden Arbeit:

Abb.:
Professor für Vergleichende Sprachwissenschaft, Universität Erlangen-Nürnberg (1955 - 1983)
(Bildquelle: Details)
Hoffmann, Karl (1915–1996): Der Injunktiv im Veda : eine synchronische Funktionsuntersuchung / von Karl Hoffmann. -- Heidelberg : Winter, 1967. -- 298 S. -- (Indogermanische Bibliothek : 3. Reihe, Untersuchungen)
hat der Injunktiv im Veda folgende Eigenschaften:
Im nachvedischen Sanskrit kommt der Injunktiv nur noch in Verbindung mit der Verbotspartikel मा (+ Injunktiv Aorist) bzw. मा स्म (+ Injunktiv Präsens oder Aorist) vor, der unterschiedliche Aspekt kommt meist nicht mehr zum Tragen.
(mit Aspekt
Dieser Unterschied wird jedoch im klassischen Sanskrit meist nicht gemacht.)
Hauptform:
मा + Injunktiv Aorist
मा स्म + Injunktiv Aorist oder Injunktiv Präsens
Beispiele:
मा कर्महेतुर्भूः "Werde nicht einer, der durch die Frucht einer Tat motiviert wird!" (Injunktiv Aorist) (भगवद्गीता 2,47c)
क्लैब्यं मा स्म गमः "Werde nicht unmännlich!" (Injunktiv Aorist) (भगवद्गीता 2,3a)

Abb.: क्लैब्यं मा स्म गमः
Poster (Ernesto Che Guevara) einer politischen Partei in Vallachira (വാല്ലചിര), Thrissur (തൃശ്ശൂര്). "Rough translation of what is written on it would be: Martyrdom is a fascinating experience for a revolutionary. And a daunting resort to a dastard. Che is not a role model for cowards."
(Bildquelle: Details)
Beide Beispiele haben prohibitiven Sinn. Der Injunktiv Aorist ist hier also in seiner ursprünglichen Bedeutung gebraucht. (Das Überwiegen des Injunktiv Aorist in solchen Sätzen erklärt sich vielleicht aus dem Überwiegen der Prohibitivsätze gegenüber Inhibitivsätzen, doch müsste diese Frage für das klassische Sanskrit noch untersucht werden.)
Andere Formen von Verbotssätzen:
**मा + (स्म) + Imperativ (selten) **
z.B. मा ते सङ्गो ऽस्त्वकर्मणि
अलम् oder कृतम् = Instrumentalis im Inhibitivsatz
z.B. अलं विषादेन "Genug mit dem Verzagen! = Hör auf, verzagt zu sein! = Kopf hoch!"
न + Gerundiv (Partizip der Notwendigkeit)
Daneben gibt es noch weitere, seltenere Formen von Verbotssätzen, siehe z.B.
Speyer, Jacob S. (Jacob Samuel) (1849–1913): Sanskrit sytax. -- Leyden : Brill, 1886. -- § 353.

Abb.: अलं विषादेन
(Bildquelle: Details)
स्म hebt hervor: "wahrlich, allerdings, gewiss, gerade"
Ausserdem ist folgende Konstruktion sehr wichtig:
स्म + Indikativ Präsens dient zum Erzählen in der Vergangenheit, vor allem um eine Dauer in der Vergangenheit zu bezeichnen:
z.B. वसति स्म "es wohnte einmal" (स्म kann manchmal auch fehlen).
A) Bestimmen und übersetzen Sie ohne Hilfsmittel (!) folgende Formen: