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Schema: Prädikatsnomen - Subjekt
z.B. devo viṣṇuḥ = देवो विष्णुः = "Viṣṇu ist ein Gott."
Eine verbale Kopula ("ist", "sind", "bin", "bist", "seid") ist nicht nötig, kann aber manchmal vorkommen.
Es gibt keine Artikel: devaḥ -- देवः kann bedeuten "der Gott" oder "ein Gott".
Obwohl im Sanskrit die Satzstellung ziemlich frei ist (besonders in Versen), muss man bei der Übersetzung eines Nominalsatzes immer in erster Linie eine Übersetzung gemäss obigem Standardschema in Betracht ziehen.
Im Nominalsatz steht das Subjekt im Nominativ (ersten Fall = prathamā f. = प्रथमा). Das Prädikatsnomen stimmt mit dem Subjekt in Zahl und Fall überein; wenn das Prädikatsnomen ein Adjektiv ist, auch im Geschlecht.
Im Sanskrit gibt es:
Zur Deklination treten die Kasusendungen (sup = सुप्) an den sogenannten Nominalstamm (Form des Nomens ohne Kasusendungen).
Beispiel: devas = देवस् (Nominativ Singular Maskulinum) "der/ein Gott" = deva- -- देव- (Nominalstamm) + -s -- -स् (Kasusendung).
In Sanskritwörterbüchern werden Nomina im Nominalstamm angeführt:
Nominativ Singular = prathamā ekavacanam = प्रथमा एकवचनम्
Der Nominativ Singular endet auf -s = -स् bzw. ist endungsfrei.
Folgende Nominalstämme, die mit einem Vokal enden, bilden den Nominativ Singular auf -s:
Maskulina auf -a: z.B. deva m. = देव "Gott" -- Nom. sg.: devas = देवस्
Maskulina auf -i: z.B. kavi m. = कवि "Dichter" -- Nom. sg.: kavis = कविस्
Maskulina auf -u: z.B. guru m. = गुरु "Lehrer" -- Nom. sg.: gurus = गुरुस्
Der Auslaut eines Wortes richtet sich im Sanskrit auch nach dem Anlaut des darauffolgenden Wortes. Diese Erscheinung nennt man Sandhi (m.) = सन्धि ("Verbindung").
Siehe auch die Übersicht:
Payer, Alois (1944–): Sandhi von auslautendem -s. -- (Materialien zum Sanskrit). -- URL: http://www.payer.de/sanskritmaterialien/ssandhi.htm
Auslautendes -s:
im absoluten Auslaut (Satzende) wird es zu Visarga (-ḥ):
vor stimmlosen Lauten:
vor stimmhaften Lauten:
deva m. -- देव : Himmlischer, Gott; Fürst, König.
īśvara m. -- ईश्वर : Herr, Herrscher, Gott (monotheistisch).
brāhmaṇa m. -- ब्राह्मण : Brahmane (geistlicher Stand).
kṣatriya m. -- क्षत्रिय : Kṣatriya (Fürsten- und Wehrstand).
vaiśya m. -- वैश्य : Vaiśya (Nähr- und Händlerstand).
śūdra m. -- शूद्र : Śūdra (Dienstleistungsstand).
Nach der klassischen Theorie (z. B. Manusmṛti I, 88-91) sind die Aufgaben verteilt:
dvija m. -- द्विज : "Zweimalgeborener" (Initiierte der oberen drei Stände: Brāhmaṇa, Kṣatriya, Vaiśya).
varṇa m. -- वर्ण : Farbe, Geburtsstand (Strebung).
Die vier Stände (varṇa m.) werden oft mit Kasten verwechselt. Die vier Stände sind aber -- im Unterschied zu den Kasten -- nichts spezifisch Indisches, auch in Europa hatten wir (teils bis zum Ersten Weltkrieg) eine Ständeordnung, wie folgende Abbildung aus dem 15. Jhdt. belegt:

Abb.: Darstellung der Ständeeinteilung des europäischen Mittelalters (Holzschnitt des ausgehenden 15. Jahrhunderts).
(Bildquelle: Details)
Beschriftung:
Die drei Stände tragen die jeweilige Standestracht. Über den – damit als gottgewollt bezeichneten – Ständen thront Christus.
Max Weber (1864–1920) definiert Stand so:
»Stand« soll eine Vielheit von Menschen heissen, die innerhalb eines Verbandes wirksam
a) eine ständische Sonderschätzung, - eventuell also auch
b) ständische Sondermonopole in Anspruch nehmen.
Stände können entstehen
a) primär, durch eigene ständische Lebensführung, darunter insbesondere durch die Art des Berufs (Lebensführungs- bzw. Berufsstände),
b) sekundär, erbcharismatisch, durch erfolgreiche Prestigeansprüche kraft ständischer Abstammung (Geburtsstände),
c) durch ständische Appropriation von politischen oder hierokratischen Herrengewalten als Monopole (politische bzw. hierokratische Stände).
Die geburtsständische Entwicklung ist regelmässig eine Form der (erblichen) Appropriation von Privilegien an einen Verband oder an qualifizierte Einzelne. Jede feste Appropriation von Chancen, insbesondere [von] Herren [gewalten oder Erwerbs] chancen, neigt dazu, zur Ständebildung zu führen. Jede Ständebildung neigt dazu, zur monopolistischen Appropriation von Herrengewalten und Erwerbschancen zu führen.
Während Erwerbsklassen auf dem Boden der marktorientierten Wirtschaft wachsen, entstehen und bestehen Stände vorzugsweise auf dem Boden der monopolistisch leiturgischen oder der feudalen oder der ständisch patrimonialen Bedarfsdeckung von Verbänden.
»Ständisch« soll eine Gesellschaft heissen, wenn die soziale Gliederung vorzugsweise nach Ständen, »klassenmässig«, wenn sie vorzugsweise nach Klassen geschieht. Dem »Stand« steht von den »Klassen« die »soziale« Klasse am nächsten, die »Erwerbsklasse« am fernsten. Stände werden oft ihrem Schwerpunkt nach durch Besitzklassen gebildet.
Jede ständische Gesellschaft ist konventional, durch Regeln der Lebensführung, geordnet, schafft daher ökonomisch irrationale Konsumbedingungen und hindert auf diese Art durch monopolistische Appropriationen und durch Ausschaltung der freien Verfügung über die eigene Erwerbsfähigkeit die freie Marktbildung.
[Weber, Max (1864–1920): Wirtschaft und Gesellschaft : Grundriss der verstehenden Soziologie. – 5., revidierte Aufl. – Tübingen : Mohr, 1976. – S. 625 f.]
Varṇas sind demgemäss Geburtsstände.
kavi m. -- कवि : Dichter.
agni m. -- अग्नि : Feuer, Gott Agni.

Abb.: Gott Agni, Miniatur, 18. Jh.
(Bildquelle: Details)
sādhu 3 -- साधु : richtig, gut.
sādhu m. -- साधु : "heiliger" Mann, Sādhu.

Abb.: Sādhu (साधु), Pashupatinath Tempel, Kathmandu.
(Bildquelle: Details)
guru 3 -- गुरु : schwer, bedeutend, verehrenswert
guru m. -- गुरु : verehrenswerte Person: Vater, Mutter, älterer Verwandter, insbes. Lehrer, Meister
A) Setzen Sie unter Beachtung des Sandhi ein und bilden Sie Nominalsätze:
B) Übersetzen Sie ins Sanskrit: